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Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Wer darf 2021 zum Soli „Tschüss“ sagen?

Das neue Jahr 2021 beginnt f?r die meisten mit einer sp?rbaren Steuererleichterung. Seit 1995 gibt es den Solidarit?tszuschlag in seiner derzeitigen Form. Urspr?nglich sollte diese zus?tzliche Abgabe zur Einkommensteuer nur kurzzeitig die Kosten der deutschen Einheit finanzieren. Dass er ein Vierteljahrhundert beibehalten wurde, ist sehr umstritten. Regelm??ig musste er vom Bundesverfassungsgericht auf seine Rechtm??igkeit ?berpr?ft werden. Viele Stimmen pl?dieren f?r seine endg?ltige Abschaffung. Die kommt zwar nicht, aber mit Beginn des Jahres 2021 wird er immerhin deutlich zur?ckgefahren. F?r einen Gro?teil der Steuerzahler entf?llt er sogar komplett.

Die Mittelschicht ist der gro?e Gewinner

F?r niedrige und mittlere Einkommen wird der Soli ganz abgeschafft. Da Geringverdiener noch nie viel Soli bezahlt haben, ist die Mittelschicht der gro?e Gewinner. 90 Prozent der Steuerzahler werden laut Finanzministerium vom Soli befreit. Die Topverdiener in der Gesellschaft werden nach wie vor mit 5,5 Prozent von der Einkommensteuer zur Kasse gebeten, um bestehende Projekte im Osten weiter zu finanzieren.

Anhebung der Freigrenzen

Die Entlastung erfolgt durch eine Anhebung der bisherigen Freigrenzen von 972 Euro f?r Einzelveranlagte und 1.944 Euro f?r Zusammenveranlagte auf 16.956 Euro bzw. 33.912 Euro. Diese Freigrenzen beziehen sich auf die Einkommensteuer, die die Grundlage f?r die Berechnung des Soli darstellt. Mit diesen Freibetr?gen sind auch die sonstigen Bez?ge, die zus?tzlich zum regul?ren Arbeitslohn bezahlt werden, abgegolten. Darunter fallen beispielsweise das Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld, Tantiemen, Gratifikationen, Boni und Abfindungen.

Umgerechnet auf Jahresbruttol?hne haben Alleinstehende bis zu 18.500 Euro Bruttoarbeitslohn und Familien mit einem Alleinverdiener und zwei Kindern bis zu 53.000 Euro in der Vergangenheit keinen Soli abf?hren m?ssen. Ab Januar 2021 wird bei Einzelveranlagten bis zu einem Bruttolohn von 74.195 Euro kein Soli mehr erhoben. Ein Alleinverdiener ohne Kinder in der Steuerklasse III ist bis zu einem Jahresbrutto von 137.180 Euro befreit. Ein Alleinverdiener mit zwei Kindern im Haushalt zahlt bis 153.960 Euro keinen Soli mehr.

Verschiebung der Milderungszone

Im Anschluss an die Freigrenzen greift jeweils eine Milderungszone. Wer die Freigrenze ?berschreitet, zahlt nicht sofort den vollen Soli. Die Abgabe wird schrittweise mit dem Einkommen erh?ht. In diesem Einkommensgef?ge befinden sich 6,5 Prozent der Steuerzahler. Auch sie werden von den ?nderungen profitieren.

Ab einem zu versteuernden Einkommen von 96.820 Euro f?llt dann der volle Soli f?r Alleinstehende an. Zusammenveranlagte k?nnen ab einem zu versteuernden Einkommen von 193.641 Euro mit dem vollen Zuschlag rechnen. Eine Familie mit zwei Kindern f?hrt ab 210.417 Euro zu versteuerndem Einkommen den vollen Soli ab. Insgesamt sind das 3,5 Prozent der Steuerpflichtigen, also die absoluten Spitzenverdiener, die weiterhin voll belangt werden.

Sofern der Bruttoarbeitslohn knapp ?ber den Grenzwerten liegt und der Arbeitgeber deswegen den Soli abgef?hrt hat, ist es m?glich, ihn ?ber die Einkommensteuererkl?rung wieder hereinzuholen oder die Abgabe zu mindern. Denn das zu versteuernde Einkommen liegt oft unterhalb des Bruttolohns, zum Beispiel wenn berufliche Ausgaben geltend gemacht werden k?nnen.

Kein Vorteil f?r Geldanleger

F?r Sparer bringt die R?ckf?hrung des Soli erstmal keinen Vorteil. Kapitalertr?ge ?ber dem Sparerpauschbetrag von 801 Euro Zinsen im Jahr werden nach wie vor unver?ndert mit dem Soli in H?he von 5,5 Prozent der Abgeltungssteuer belastet.

Soviel Geld haben Haushalte mehr

Da beim Soli verschiedene Lohnsteuermerkmale, Kinderfreibetr?ge sowie das famili?re Einkommensgef?ge eine Rolle spielen, k?nnen nachfolgende Beispiele nur der Orientierung dienen. Ein Single mit einem zu versteuernden Einkommen von 31.200 Euro hat ca. 300 Euro netto mehr im Jahr. Einem kinderlosen Ehepaar, bei dem beide arbeiten gehen, bringt die Abschaffung des Soli bei einem gemeinsamen zu versteuernden Einkommen von 74.400 Euro rund 812 Euro netto pro Jahr. Einem Ehepaar mit zwei Kindern und einem gemeinsamen Einkommen von 120.800 Euro stehen 1.405 Euro mehr zur Verf?gung. Wer in der Milderungszone teilweise noch den Soli abf?hren muss, kann sich aber in der Regel dennoch ?ber mehrere hundert Euro im Jahr zus?tzlich freuen.

www.lohi.de/steuertipps

Keywords:Soli, Solidarit?tszuschlag, Einkommensteuer, Steuern

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