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Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Wenn das E-Mail-Fach überlauft…

ARAG Experten ?ber Spam und andere digitale Sch?dlinge

Private und berufliche Mails, Terminbest?tigungen, Spam… Dann sind da noch die Newsletter: Laut Statista abonnieren beispielsweise im Bereich Mode 69 Prozent der User einen Newsletter. In Pandemiezeiten, wo vieles digital l?uft, quillt das Chat- oder Mailpostfach also schon mal ?ber. Die ARAG Experten fassen die Lage zusammen.

Spam ist vielf?ltig
Spam bezeichnet unerw?nschte Nachrichten, mit denen Betr?ger unwissende oder unvorsichtige User reinlegen wollen. Fr?her trat Spam haupts?chlich als Werbe-E-Mails auf. Mit dem Aufstieg der sozialen Medien und des Smartphones hat sich das Ph?nomen aber teilweise gewandelt.

Phishing und Malware
Phishing-Mails sind brandgef?hrlich. Die Betr?ger geben sich als offizielle Firma oder Seite – etwa als Kreditinstitut, Zahlungsdienstleister oder Online-Auktionshaus – aus und nutzen dazu professionell gef?lschte Webseiten, Namen und Logos. So erhoffen sie sich, den Empf?ngern geheime Daten zu entlocken. Meistens sind Kreditkarten-, PIN- und TAN-Nummern und Passw?rter dabei das Ziel.

Malware-Mails hingegen sind Mails, die sch?dliche Software (Viren, Trojaner, W?rmer) in ihrem Anhang haben. Diese k?nnen zun?chst wie harmlose Word- oder PDF-Dokumente aussehen. Ein besonders gef?hrliches Malwareprogramm ist „Emotet“. Nutzer bekommen eine E-Mail mit einem Worddokument, das angeblich wichtige Informationen zur Coronapandemie oder Produktrechnungen beinhalten soll. Beim ?ffnen des Anhangs erscheint eine gef?lschte Aufforderung, Word zu aktualisieren, bevor man den Inhalt des Dokuments lesen kann. F?hrt man die „Aktualisierung“ durch, aktiviert man den Trojaner. Emotet ist in der Lage, E-Mails zu lesen und geschickt zu beantworten. In vielen F?llen f?hrt ein Befall zur Infizierung mit weiterer Schadsoftware oder sogar zum kompletten Kontrollverlust ?ber den eigenen Computer. Andere Viren veranlassen zum Erwerb eigentlich sinnloser Software, um den Sch?dling wieder loszuwerden. Diese sind auch als „Ransomware“ oder „Erpressungssoftware“ bekannt.

Soziale Medien: Comment Spam
Viele Webseiten und soziale Medien bieten mittlerweile eine Kommentarfunktion oder ein Forum an. Dort hat sich der „Comment Spam“ breitgemacht: Mit spezialisierter Software generieren die Betr?ger kurze Texte, die oberfl?chlich auf den Inhalt des jeweiligen Forumbeitrags abgestimmt sind und einen Link auf eine andere, sch?dliche Webseite enthalten. Bei S?tzen wie „Unter folgendem Link findet ihr eine Zusammenfassung“ ist Vorsicht geboten. Auch bei willk?rlich platzierten Angeboten f?r g?nstige Darlehen sollten die Alarmglocken l?uten!

Auch Smartphones sind anf?llig!
Ein internetf?higes Handy ist den gleichen Spam- und Virusgefahren ausgesetzt wie ein Computer. Doch eine kommt noch hinzu: Spam per Messenger-App. User bekommen von einer unbekannten Nummer eine sogenannte „dringende“ oder „unheimliche“ Nachricht. ?ffnet man daraufhin den Chat, macht sich die Schadsoftware an die Arbeit: Die App, oder gar das ganze Smartphone, st?rzt ab und l?sst sich nur mit viel M?he wiederherstellen. Ernstere Viren k?nnen sogar auf pers?nliche Daten zugreifen oder den Nutzer in Kostenfallen locken.

Spam lernt dazu
Fr?her war Spam oft in schlechtem Deutsch und ohne pers?nliche Ansprache geschrieben. Mittlerweile haben die Betr?ger dazugelernt und geben sogar Vor- und Nachnamen des Empf?ngers korrekt an. Um einen pers?nlichen Bezug herzustellen, geben sich Spammer oft als Kollegen, Freunde oder Verwandte aus und nutzen dabei gef?lschte Absenderadressen. Die Betreffzeile beinhaltet meistens eine einladende Formulierung, die Neugierde weckt. Mit Phrasen wie „Unser Treffen“ oder „Ihre Bestellung“ m?chten Spammer den Nutzer dazu veranlassen, die Mail zu ?ffnen oder auf den Link zu klicken.

Wie geht man mit Spam um?
Spam-Mails oder suspekt aussehende Anh?nge sollten niemals ge?ffnet werden! Im Zweifelsfall einfach l?schen. Ein seri?ses Unternehmen wird sich sicherlich nicht alleine auf eine E-Mail verlassen, sondern sich bei ernsten Anliegen per Briefpost oder per Telefon melden. Generell empfiehlt es sich, regelm??ige Sicherheitsupdates am Computer vorzunehmen.

Spam ist illegal! Betroffene haben unter Umst?nden einen Unterlassungsanspruch: Privatpersonen, die mit unerw?nschten Werbemails bel?stigt werden, k?nnen sich auf eine Verletzung des allgemeinen Pers?nlichkeitsrechts berufen; bei Unternehmen, deren Postf?cher zugespammt werden, kann ein Eingriff in den Gewerbebetrieb vorliegen. Der Versand von Schadprogrammen oder Phishing-Mails ist eine Straftat. In solchen F?llen kann eine Strafanzeige erstattet werden.

Unerw?nschte Newsletter
Viele Firmen und Organisationen versuchen im Internet-Zeitalter ihre Kunden auf dem Laufenden zu halten, indem sie regelm??ige Newsletter anbieten. Doch grunds?tzlich gilt, dass Werbung per E-Mail verboten ist. Eine Newsletteranmeldung muss nach der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) im Double-Opt-In-Verfahren erfolgen: Der Nutzer tr?gt seine Daten in ein Anmeldeformular ein, worauf der Anbieter eine Mail mit einem Best?tigungslink versendet. Erst nach der Best?tigung darf der Anbieter den Newsletter verschicken. Sollte man einen Newsletter bekommen, f?r den man sich gar nicht angemeldet oder den man nicht ausdr?cklich best?tigt hat, kann man vom Anbieter verlangen, von der Mailliste entfernt zu werden. Daf?r haben seri?se Anbieter einen Link eingef?gt, der sich meistens unten befindet. Sollte das nicht der Fall sein, k?nnen Sie den Verantwortlichen per Mail kontaktieren. Bei wiederholter Nichtbeachtung m?ssen die Absender mit Abmahnungen rechnen.

Hilfestellung bei Problemen
Auf der Webseite der Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter e.V. (FSM) kann man den Erhalt unerw?nschter E-Mails oder sonstige rechtswidrige Internetinhalte melden. Einfach die passende Kategorie f?r die Beschwerde ausw?hlen und die Anweisungen befolgen. Sofern eine Rufnummer im Spiel ist, kann man den Fall auch bei der Bundesnetzagentur melden. Das Bundesamt f?r Sicherheit in Informationssicherheit (BSI) gibt Tipps, wie Nutzer ihren Rechner sch?tzen k?nnen.

Weitere interessante Informationen unter:
https://www.arag.de/service/infos-und-news/rechtstipps-und-gerichtsurteile/internet-und-computer/

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