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Dienstag, Juli 27, 2021
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Rentner aufgepasst: Bei zu spät oder nicht abgegebener Steuererklärung droht ein Verspätungszuschlag

Viele Rentenbezieher erhalten unerwartet Post vom Finanzamt. Die Steuerbeh?rde fordert darin zur Abgabe einer Steuererkl?rung auf. F?r viele Rentner kommt diese Nachricht vollkommen ?berraschend. ?blicherweise wird eine recht kurze Frist gesetzt, bis zu der man die Steuererkl?rung abgeben muss.

Keine Steuer, keine Steuererkl?rung?

In Deutschland m?ssen rund 75 Prozent aller Rentner keine Steuern zahlen. Viele gehen davon aus, dass sie deshalb auch nicht zur Abgabe einer Steuererkl?rung verpflichtet sind. Doch auch wer keine Steuern zahlen muss, kann unter Umst?nden zur Abgabe einer Steuererkl?rung verpflichtet sein.

Ma?geblich f?r die Abgabepflicht ist der Gesamtbetrag der Eink?nfte, also bei Rentnern der Betrag, der ?brig bleibt, wenn man von der gesetzlichen Rente den Rentenfreibetrag und die Werbungskostenpauschale von 102 Euro abzieht. Im Veranlagungszeitraum 2020 lag der Grenzwert f?r Einzelveranlagung bei 9.408 Euro (2019: 9.168 Euro), im Falle einer Zusammenveranlagung bei 18.816 Euro (2019: 18.336 Euro). ?berschreitet man mit seinen Eink?nften den Grundfreibetrag, hei?t das noch nicht, dass man gleich vom Fiskus zur Kasse gebeten wird. Auch bei ?berschreitung des Grundfreibetrags kann die Steuer am Ende immer noch 0 Euro betragen. Denn auch Rentner profitieren neben dem Rentenfreibetrag und dem steuerlichen Grundfreibetrag von zus?tzlichen Abschreibungsm?glichkeiten wie dem Abzug von Krankenversicherungsbeitr?gen, Spenden, Krankheitskosten oder dem Behindertenpauschbetrag, wenn ein Grad der Behinderung vorliegt.

Fein raus dank NV-Bescheinigung?

Auch wer eine g?ltige Nichtveranlagungsbescheinigung besitzt, sollte die H?he der Eink?nfte j?hrlich ?berpr?fen. Werden durch Rentenanpassungen die Grenzbetr?ge ?berschritten, muss man das Finanzamt dar?ber informieren und leider auch wieder eine Einkommensteuererkl?rung abgeben.

Dar?ber hinaus entsteht f?r alle Rentner eine Abgabepflicht, sobald das Finanzamt zur Abgabe einer Einkommensteuererkl?rung gem?? ? 149 Abs. 1 S. 2 AO aufgefordert hat. Das kommt regelm??ig vor, weil das Finanzamt die elektronisch von der Rentenversicherung ?bermittelten Betr?ge mit Verz?gerung pr?ft.

Droht eine Strafe?

Betr?gt die Steuer 0 Euro, braucht man sich zumindest keine Sorgen um eine nicht eingeplante Steuernachzahlung oder Nachzahlungszinsen machen. Das Finanzamt kann aber trotzdem einen sogenannten Versp?tungszuschlag verlangen. Zwar wird dieser nicht automatisch mit dem Mindestsatz von 25 Euro pro versp?teten Monat berechnet, weil das Finanzamt das bei einer Steuer von 0 Euro nicht darf. Dennoch gibt es Finanz?mter, die dann individuell entscheiden, ob ein Versp?tungszuschlag gezahlt werden soll. „Gegen so einen Versp?tungszuschlag sollte man auf jeden Fall Einspruch einlegen“, empfiehlt Tobias Gerauer, Steuerrechtsexperte der Lohi – Lohnsteuerhilfe Bayern. Es bestehe keine Rechtfertigung daf?r, Rentnerinnen und Rentner zu bestrafen, wenn keine Steuer festzusetzen ist.

Unwissenheit sch?tzt doch vor Strafe.

Eine Sonderregelung kann Rentner vor unerwarteten Geb?hrenforderungen (? 152 Abs. 5 S. 3 AO) sch?tzen. Wenn die Rentenbezieher nichts von der Abgabepflicht gewusst haben und bis zur Aufforderung durch das Finanzamt von einer Nichtabgabeverpflichtung ausgehen konnten, kommt ein Versp?tungszuschlag zun?chst nicht in Betracht. Nach einem Aufforderungsschreiben durch das Finanzamt k?nnen sich Rentenbezieher jedoch nicht mehr verl?sslich auf diese Regelung beziehen.

Expertentipp:

Wer eine fristgerechte Steuererkl?rung abgibt, ist in jedem Fall auf der sicheren Seite. Tobias Gerauer r?t: „Rentenbezieher sollten am besten j?hrlich pr?fen, ob sie eine Steuererkl?rung abgeben m?ssen. Nur so erspart man sich sicher den ?rger mit dem Finanzamt.“ Bei der Pr?fung und Erstellung helfen Lohnsteuerhilfevereine. Im Rahmen ihrer Befugnis nach ? 4 Nr. 11 StBerG beraten sie ihre Mitglieder in Steuerfragen, pr?fen j?hrlich die Voraussetzungen einer Pflichtveranlagung und ?bernehmen die Korrespondenz mit den Finanz?mtern.

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