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Donnerstag, Oktober 28, 2021
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Papierkorb oder Ordner: Wohin mit den Belegen? – Verbraucherinformation der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH

Wichtige Aufbewahrungsfristen f?r Verbraucher

Im Laufe eines Jahres sammeln sich jede Menge Dokumente und Belege an. Vielen stellt sich da zum Jahresende die Frage: Was davon kann weg und was geh?rt in die Ablage? Michaela Rassat, Juristin der ERGO Rechtsschutz Leistungs-GmbH, wei?, welche Aufbewahrungsfristen bei Handwerkerrechnungen, Steuerunterlagen, Kassenbelegen und Kontoausz?gen zu beachten sind und in welchen F?llen eine digitale Ablage ausreicht.

Handwerkerrechnungen: Mindestens zwei, manchmal besser f?nf Jahre

Mieter und Eigent?mer m?ssen Rechnungen und Zahlungsbelege ?ber Reparatur- und Wartungsarbeiten in der Wohnung oder im Haus zwei Jahre aufbewahren. „Diese Frist ist im Umsatzsteuergesetz festgelegt und dient der Bek?mpfung der Schwarzarbeit“, erkl?rt Michaela Rassat. Sollte der Kunde die Belege auf Nachfrage des Finanzamtes innerhalb dieser Zeitspanne nicht vorweisen k?nnen, droht ihm ein Bu?geld von bis zu 500 Euro. „Die Aufbewahrungsfrist beginnt mit Ende des Kalenderjahres, in dem der Handwerker die Rechnung gestellt hat. So sollten Verbraucher beispielsweise eine im November 2020 ausgestellte Rechnung erst nach dem 31. Dezember 2022 vernichten“, so die Rechtsexpertin. Auch um Gew?hrleistungsanspr?che wahrnehmen zu k?nnen, empfiehlt sich die Aufbewahrung von Rechnungen als Beweismittel. Bei Renovierungen oder kleineren Reparaturen betr?gt die Gew?hrleistungsfrist zwei Jahre. Bei Arbeiten an der Bausubstanz oder an Dingen, die fest mit dem Haus verbunden sind – etwa einer Dachsanierung – sind es sogar f?nf Jahre. Die Frist beginnt mit der Abnahme der Arbeit durch den Kunden. Haben die Vertragspartner die Anwendung der Vergabe- und Vertragsordnung f?r Bauleistungen (VOB/B) vereinbart, gelten abweichende Gew?hrleistungsfristen.

Kaufvertr?ge, Quittungen und Kassenbons: Mindestens zwei Jahre

Da der Gew?hrleistungsanspruch bei beweglichen Gegenst?nden in der Regel nach zwei Jahren endet, sollten auch Kaufvertr?ge, Quittungen und Kassenbons mindestens f?r diese Zeitspanne in die private Ablage wandern. „Denn im Falle einer Reklamation sind die Unterlagen dringend erforderlich“, so Rassat. Falls der H?ndler dem K?ufer eine freiwillige Extragarantie gew?hrt hat, verl?ngert sich die Aufbewahrungsfrist entsprechend. Bei teuren Anschaffungen empfiehlt Rassat, die Unterlagen dauerhaft aufzubewahren. Denn im Fall eines Verlustes oder bei Besch?digung k?nnen sie ein wichtiger Nachweis ?ber den Wert des Gegenstandes sein.

Steuerunterlagen: Mindestens vier Jahre, besser zehn Jahre

„Enth?lt der Steuerbescheid den Vermerk „vorl?ufig“ oder „unter Vorbehalt der Nachpr?fung“, sollte er auf jeden Fall in die private Ablage“, empfiehlt die Rechtsexpertin. Dann laufen wom?glich noch Gerichtsverfahren um steuerliche Grundsatzfragen. An einem vorl?ufigen Steuerbescheid kann das Finanzamt erst dann nichts mehr ?ndern, wenn die Ungewissheit gekl?rt und ein weiteres Jahr vergangen ist. Zudem wichtig zu wissen: Das Finanzamt kann selbst einen Steuerbescheid ohne Vorl?ufigkeitsvermerk noch bis zu vier Jahre r?ckwirkend ?ndern, falls es ihn nachtr?glich f?r fehlerhaft h?lt. Besteht der Verdacht auf leichtfertige Steuerverk?rzung oder sogar Steuerhinterziehung, endet die sogenannte Festsetzungsfrist, nach deren Ablauf das Finanzamt nichts mehr ?ndern darf, sogar erst nach zehn Jahren. Daher r?t Rassat, nicht nur Steuererkl?rungen, sondern auch Belege so lange aufzubewahren.

Kontoausz?ge: Drei Jahre

H?ufig herrscht Unsicherheit bei der Aufbewahrung von Kontoausz?gen. „Gesetzliche Aufbewahrungsfristen gibt es hier nicht“, so die ERGO Expertin. Sie r?t, die Ausz?ge drei Jahre zu behalten. Das entspricht der Verj?hrungsfrist f?r Kaufpreiszahlungen. Das hei?t: Verk?ufer haben f?r diesen Zeitraum einen Zahlungsanspruch. Sollte es zu einem Streit mit dem H?ndler ?ber die Bezahlung kommen, k?nnen K?ufer so belegen, dass sie die Zahlung tats?chlich geleistet haben. Die Ausz?ge k?nnen in ausgedruckter Form oder digital abgelegt werden.

Digital oder auf Papier?

Kassenbons sind meist noch auf Papier gedruckt, w?hrend viele Verbraucher beispielsweise Kontoausz?ge online abrufen. Was gilt daher f?r die Ablage? „Wer ein Dokument digital erh?lt, kann es auch digital speichern“, informiert Rassat. Bei wichtigen Unterlagen am besten mehrere Sicherheitskopien auf unterschiedlichen Speichermedien anlegen. Die Papierform ist bei Vertr?gen, etwa bei einer Lebensversicherungspolice, oder Urkunden wie zum Beispiel Geburts- und Heiratsurkunden zwingend. Denn nur die Originale gelten beispielsweise vor Gericht.
Anzahl der Anschl?ge (inkl. Leerzeichen): 4.498

Weitere Ratgeberthemen finden Sie unter www.ergo.com/ratgeber. Weitere Informationen zur Rechtsschutzversicherung finden Sie unter www.ergo.de/rechtsportal. Sie finden dort t?glich aktuelle Rechtsinfos zur freien Nutzung.

Das bereitgestellte Bildmaterial darf mit Quellenangabe (Quelle: ERGO Group) zur Berichterstattung ?ber die Unternehmen und Marken der ERGO Group AG sowie im Zusammenhang mit unseren Ratgebertexten honorar- und lizenzfrei verwendet werden.

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