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Mittwoch, August 4, 2021
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Historische Verbesserungen für Steuerpflichtige mit Behinderung und pflegende Angehörige

?ber zehn Millionen Menschen leben in Deutschland mit einer Behinderung. In Zukunft werden es tendenziell noch mehr werden, da das durchschnittliche Lebensalter ansteigt. Aufgrund ihrer Einschr?nkungen sind sie im Alltag und auch Berufsleben oft benachteiligt. Oft h?ngt die Benachteiligung auch mit den finanziellen M?glichkeiten zusammen, denn die besonderen Bed?rfnisse sind mit erh?hten Ausgaben verbunden. Dabei geh?ren Behinderungen zur Vielfalt einer Gesellschaft und die Teilhabe sollte selbstverst?ndlich sein. Eine bessere finanzielle Entlastung war ?berf?llig, denn seit 1975 hat der Gesetzgeber die Behindertenpauschale im Steuerrecht nicht mehr erh?ht. Jetzt wird sie zum 01.01.2021 verdoppelt. Dazu kommen weitere steuerliche Erleichterungen, eine reduzierte Nachweispflicht und eine Abschaffung spezieller Voraussetzungen. Und auch die pflegenden Angeh?rigen hat der Gesetzgeber bedacht.

Verdoppelung der Behindertenpauschalen und leichterer Einstieg

Die Steuererm??igung soll den behinderungsbedingten Mehraufwand im allt?glichen Leben abdecken. Damit die t?glichen Verrichtungen nicht einzeln zu erfassen sind, werden sie unb?rokratisch mit einer Pauschale abgegolten. Die H?he des Behindertenpauschbetrags ist vom Grad der Behinderung (GdB) abh?ngig. K?nftig kann ab einem Behinderungsgrad von 20 eine Pauschale in H?he von 384 Euro beansprucht werden. Die bisherigen zus?tzlichen Anspruchsvoraussetzungen f?r GdBs unter 50 entfallen. Es wird somit wesentlich leichter, einen Behindertenpauschbetrag geltend zu machen. Damit wurde die Steuergesetzgebung im Hinblick auf die Behinderungsgrade und die damit verbundenen Nachweispflichten vereinfacht.

Zudem wurden die Stufen des Pauschbetrages mit dem Sozialrecht harmonisiert. So ist der Pauschbetrag jetzt in 10er Schritte von einem GdB 20 bis 100 unterteilt, denen jeweils ein Pauschbetrag zugeordnet ist. Die alten Betr?ge, die erst ab einem GdB von 25 begannen, wurden in allen Abstufungen verdoppelt. Den h?chsten Pauschbetrag gibt es bei einem GdB von 100. K?nftig betr?gt in der h?chsten Stufe die finanzielle Unterst?tzung 2.840 Euro anstatt der bisherigen 1.420 Euro.

Menschen mit Behinderung, die dem Gesetz nach hilflos, blind oder taubblind sind, erhalten einen erh?hten Pauschbetrag. Diese Pauschale wurde von 3.700 auf 7.400 Euro angehoben. Sie steht auch Pflegebed?rftigen mit dem Pflegegrad 4 oder 5 zu. Weiterhin besteht aber die M?glichkeit, zeitintensiv Einzelnachweise f?r Ausgaben zu sammeln. ?bersteigen die tats?chlichen Kosten die Pauschalen, kann ein h?herer Betrag, n?mlich die tats?chlichen Kosten, geltend gemacht werden.

Weitere au?ergew?hnliche Belastungen sind absetzbar

Gr??ere au?ergew?hnliche Aufwendungen, die behinderungsbedingt sind, k?nnen zus?tzlich abgesetzt werden. Darunter f?llt z.B. der Umbau einer Wohnung oder eines Fahrzeugs. Auch zus?tzliche Medikamente oder medizinische Hilfsmittel, die nicht von der Kasse bezahlt werden, k?nnen noch extra als au?ergew?hnliche Belastung geltend gemacht werden. Allerdings sind hier die Regeln f?r Menschen mit Behinderung dieselben wie f?r jeden Steuerpflichtigen. Die zumutbare Eigenbelastungsgrenze muss ?berschritten werden, damit der Fiskus diese Ausgaben finanziell ber?cksichtigt.

Neue Fahrtkostenpauschale eingef?hrt

Bisher mussten behinderungsbedingte Mehraufwendungen f?r Fahrten zu Arzt oder Therapeuten oft einzeln nachgewiesen werden. Das war mit einem Verwaltungsaufwand verbunden. Ab dem Veranlagungszeitraum 2021 wird es einfacher, denn es wird eine Fahrtkostenpauschale im Rahmen der au?ergew?hnlichen Belastungen eingef?hrt. Die H?he der Pauschale entspricht dem bisher g?ltigen Maximalbetrag der Finanzbeh?rden von 900 Euro bei geh- und stehbehinderten Steuerpflichtigen mit einem GdB von mindestens 80 oder 70 und dem Merkzeichen G.

F?r Menschen mit einer au?ergew?hnlichen Gehbehinderung, Blinde und hilflose Menschen betr?gt die neue Pauschale 4.500 Euro. Der erh?hte Betrag ber?cksichtigt nicht nur die Mehraufwendungen f?r die unvermeidbaren Fahrten, sondern ebenfalls f?r Freizeit-, Erholungs- und Besuchsfahrten. Die Pauschalen werden allerdings erst nach Abzug der individuellen zumutbaren Belastung ber?cksichtigt. Dar?ber hinaus k?nnen keine weiteren behinderungsbedingten Fahrtkosten mehr abgesetzt werden.

Deutliche Verbesserungen beim Pflegepauschbetrag

Auch der Pflegepauschbetrag, den pflegende Angeh?rige erhalten, wird zum Jahreswechsel erh?ht. Eine Anhebung von 924 Euro auf 1.800 Euro f?r die Pflegegrade 4 und 5 ist beschlossen. Er soll die vielen kleinen, nicht bezifferbaren Mehraufwendungen des Pflegenden abgelten. Weiterhin kommt eine neue Abstufung, die auch geringere Pflegegrade ber?cksichtigt. So wird neuerdings schon bei Pflegegrad 2 ein Pauschbetrag von 600 Euro und bei Pflegegrad 3 in der H?he von 1.100 Euro pro Jahr f?r den Pfleger gew?hrt. Voraussetzung f?r die Inanspruchnahme des Pflegepauschbetrags ist jedoch die unentgeltliche Pflege im h?uslichen Umfeld.

Wie k?nnen Betroffene davon profitieren?

Die Lohnsteuerhilfe Bayern e.V. r?t, wer unter Einschr?nkungen leidet, sollte auch schon eine leichte Behinderung beim zust?ndigen Amt feststellen lassen. Dieses stellt die Bescheinigung aus, die dann der Steuererkl?rung f?r 2021 beizulegen ist. Damit kann die f?llige Einkommenssteuer gedr?ckt werden. Auch Menschen, bei denen bereits ein Behinderungsgrad unter 50 festgestellt wurde und die bisher keine steuerliche Entlastung bekamen, sollten ab 2021 den Behindertenpauschbetrag geltend machen. Hierf?r ist einfach die vorhandene Bescheinigung mit dem Behinderungsgrad in die Steuererkl?rung einzutragen und nach Anforderung durch das Finanzamt vorzulegen.

www.lohi.de/steuertipps

Keywords:Behinderung, au?ergew?hnliche Belastung, Behindertenpauschbetrag, Fahrtkostenpauschale, Pflegepauschbetrag, Einkommensteuer

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