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Samstag, September 25, 2021
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Corona: Die Krise ist auch Chance!

10 Punkte, f?r die uns die Corona-Pandemie die Augen ?ffnete

Die Corona-Pandemie beherrscht seit Anfang 2020 unser Leben. Die negativen Folgen der Krise sind in allen Lebensbereichen deutlich zu sp?ren. Gleichzeitig stellt sich die Frage: Kann die Krise f?r uns auch eine Chance sein? Dazu 10 Punkte, f?r die uns die Corona-Pandemie die Augen ?ffnete.

1. Globalisierung wird von allen verstanden

Schon bisher war f?r viele die Globalisierung als weltweit zunehmende Vernetzung von Wirtschaft, Politik, Kultur, Umwelt und Gesellschaft sp?rbar. Manager jetten zwischen Europa, Amerika, Asien, Afrika und Australien hin und her. Die wirtschaftliche Produktion und die Lieferketten sind weltweit eng verflochten. Deutsche gelten als Reiseweltmeister und haben wohl fast alle Winkel des Erdballs besucht. Internationale Konferenzen von Politikern und Wissenschaftlern sind gang und gebe.
Aber erst die Corona-Pandemie hat allen Staaten der Welt drastisch vor Augen gef?hrt, dass wir eine weltweite Schicksalsgemeinschaft sind. Die Globalisierung ist dadurch f?r alle unmittelbar sp?rbar geworden. Das Corona-Virus aus China hat die ganze Welt erfasst. Nur wenn gen?gend Impfstoffe weltweit eingesetzt werden, l?sst sich das Virus beherrschen. Die globale Abh?ngigkeit vom Virus und seinen Mutanten erschreckt, ?ffnet uns aber auch die Augen f?r die weltweiten Abh?ngigkeiten.

2. Der Klimawandel wird bewusster

Die weltweiten Abh?ngigkeiten gelten ebenso f?r den Klimawandel und seine Folgen. Die L?sung der gravierenden Klimaprobleme wird von vielen noch vertagt. Gegen den Klimawandel gibt es keine Schutzimpfung. Die Corona-Pandemie hat gelehrt, dass wir die Probleme nur l?sen, wenn wir auf die Wissenschaft h?ren. Beim Klimawandel h?ren wir noch zu wenig auf die Wissenschaft. Der Preis f?r unsere Ignoranz gegen?ber den wissenschaftlich fundierten Daten wird beim Klimawandel immer h?her, solange weltweit nicht gehandelt wird. Diesen Preis m?ssen vor allem unsere Kinder, Enkel, die nachkommenden Generationen bezahlen.
Die Corona-Pandemie ist zu einem Warnruf f?r den Klimawandel geworden. Die dramatischen weltweiten Abh?ngigkeiten sind auch jenen st?rker bewusst geworden, die bisher meinten, alles w?rde doch nur ?bertrieben, Klimaschwankungen h?tte es in den letzten Jahrzehnten doch auch gegeben. Hier zeigt sich: Wenn die Klimaprobleme nicht genauso energisch bek?mpft werden wie das Corona-Virus, drohen katastrophale Hitze- und D?rreereignisse, das Schmelzen der Polkappen, die Ausbreitung von Trockengebieten, das Auftauen des Permafrostbodens, oder gravierende Ver?nderungen bei Flora und Fauna und in den Ozeanen. Deshalb m?ssen wir den Klimawandel ebenso wie das Corona-Virus beherrschen, wenn wir nicht auf eine ?konomische, ?kologische und gesellschaftliche Katastrophe zusteuern wollen.

3. Digitalisierung: Erheblicher Nachholbedarf

Die Digitalisierung basierend auf dem Internet ist f?r alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche so tiefgreifend, dass sich weder private Nutzer noch Unternehmen dem entziehen k?nnen. Wir sp?ren die Ver?nderungen durch Digitalisierung t?glich beim Griff zum Smartphone, der Bestellung von Produkten im Internet, der Kommunikation ?ber Social-Media-Netzwerke oder bei der Frage nach dem richtigen Umgang mit digitalen Medien in Schulen, Unternehmen und politischen Entscheidungsprozessen. F?r die Wirtschaft ist die Industrie 4.0 und das Internet der Dinge zu einer Schl?sselfrage der Zukunft geworden.
Die Corona-Pandemie hat offenbart, dass trotz vieler digitaler Fortschritte h?ufig noch erheblicher Nachholbedarf besteht. Schulen und Universit?ten klagen ?ber mangelnde Ausstattungen, bei der ?ffentlichen Verwaltung sind gro?e L?cken erkennbar. Kleine und mittlere Unternehmen, aber auch gro?e Konzerne sind bestrebt, jetzt digitale Defizite abzubauen. W?hrend Deutschland ?ber unz?hlige Weltmarktf?hrer in den klassischen Wirtschaftsbranchen verf?gt, kommt nicht ein einziger digitaler Champion aus Deutschland. Die gro?en Player kommen aus den USA wie Google, Facebook, Amazon oder aus China wie Baidu, Tencent, Alibaba. Die Corona-Pandemie hat unterstrichen, dass das Tempo bei der Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft zunehmend ?ber unsere k?nftige Wettbewerbsf?higkeit entscheidet.

4. Unser Gesundheitssystem muss verbessert werden

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, dass unser Gesundheitssystem in vielen Punkten nicht auf eine derartige Pandemie vorbereitet war. Zwar verf?gt Deutschland ?ber moderne, sehr leistungsf?hige Kliniken, hochqualifizierte ?rztinnen und ?rzte und sehr kompetente und engagierte Krankenschwestern und Pflegerinnen und Pfleger sowie ein effizientes Rettungssystem. Aber schnell ergaben sich Defizite, wenn die Auslastung der Intensivstationen an ihre Grenzen stie?.
Der weltweite Wettlauf der Labore und Forschungseinrichtungen um Corona-Impfstoffe und Medikamente zeigte auf, dass unsere hochtechnisierte Welt Grenzen hat und dass wichtige L?sungen nicht in wenigen Tagen, Wochen oder Monaten erreichbar sind. Auch wurde deutlich, dass unsere Gesundheits?mter schlecht ausgestattet waren, dass wichtige Pflegekr?fte zu schlecht bezahlt werden oder dass die Medikamentenproduktion vielfach nach China oder Indien ausgelagert war. Unser Gesundheitssystem wird k?nftig mehr Aufmerksamkeit und Anstrengungen erfordern.

5. Home-Office und Home-Schooling: Neue Erfahrungen

Die Corona-Pandemie hat Anfang 2020 in der ersten Welle das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben weltweit zum Erliegen gebracht. Angesichts der exponentiellen Ausbreitung des Covid-19 Virus haben fast alle Staaten strenge Ausgangsbeschr?nkungen und Hygienema?nahmen veranlasst. Schulen und Kinderg?rten, Restaurants, Theater, Kinos, die meisten Gesch?fte, Sporteinrichtungen, Spielpl?tze und vieles mehr wurden geschlossen. Flugzeuge blieben am Boden, Grenzen wurden geschlossen.
Die stark betroffene Wirtschaft wich soweit m?glich auf Home-Office und Kurzarbeit aus. Viele F?hrungskr?fte waren erstaunt, dass bei Home-Office vieles reibungslos weiterlief. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entdeckten neue Arbeitsabl?ufe und M?glichkeiten der Arbeitseinteilung. Manager sparten viel Zeit, statt aufw?ndiger Auslandsreisen mit Video-Konferenzen zu schnellen Ergebnissen zu kommen. Es wird sich k?nftig zeigen, ob gro?e B?rot?rme und viele Gesch?ftsreisen noch zeitgem?? sind.
Die Schulen und die Sch?lerinnen und Sch?ler sammelten Erfahrungen mit Home-Schooling. Selbst Erstkl?ssler trafen ihre Klassenfreunde in Video-Schaltungen. Zwar lief noch vieles holprig und improvisiert. Aber es gibt den Digital Natives einen weiteren Schub, auch wenn nat?rlich der Pr?senz-Unterricht an Schulen und Hochschulen auch k?nftig im Vordergrund stehen wird. Aber es zeigte sich, dass moderne Techniken auch zus?tzliche Bildungschancen er?ffnen.

6. Wissenschaft bekommt mehr Anerkennung

Wissenschaft war schon immer immens wichtig. Aber Wissenschaftler f?hrten mit wenigen Ausnahmen meist ein eher unscheinbares Dasein und bewegten sich in ihren abgeschotteten Wissenschaftskreisen. Die Corona-Pandemie hat die Wissenschaft ins B?hnenlicht ger?ckt. Wissenschaftler haben ein Millionenpublikum erreicht. Ob Virologen, Epidemiologen, Mediziner, Psychologen oder andere: F?r viele Menschen war es das erste Mal, dass sie einen wissenschaftlichen Prozess in dieser Detailtiefe kennenlernten. Begriffe wie Inzidenz, Reproduktionsfaktor oder mutierte Viren wurden zum allgemeinen Sprachgebrauch. Deutlich wurde, ?ber welche hervorragenden Wissenschaftler und Wissenschaftseinrichtungen insbesondere auch Deutschland verf?gt. Herausragende Leistungen zeigten deutsche Forscher zum Beispiel bei der Entwicklung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer.
Das Zusammenwirken von Wissenschaftlern, Chef?rzten, dem Robert-Koch-Institut, der St?ndigen Impfkommission und anderen mit der Politik gab Verl?sslichkeit und Vertrauen. Politiker, die nicht auf die Wissenschaft h?rten, wie in den USA oder Brasilien, hatten hohe Todesziffern zu verantworten. Leider lehnen nach wie vor Verschw?rungstheoretiker, Maskenverweigerer, Impfgegner oder Querdenker die Wissenschaft, die „L?genpresse“ oder die Politik ab.

7. Priorit?ten werden neu ?berdacht

Viele hat die Corona-Pandemie besonders hart getroffen: Gastronomen, Einzelh?ndler, Selbstst?ndige, K?nstler und andere. Pl?tzliche lange Zwangspausen verursachten existenzbedrohende Situationen. Viele andere gerieten zwar nicht in existentielle Sorgen. Sie mussten aber auch Ausgangsbeschr?nkungen und fehlende Kontakt- oder Reisem?glichkeiten akzeptieren. Sie hatten dadurch mehr Zeit, dar?ber nachzudenken, ob pers?nliche oder berufliche Priorit?ten neu geregelt werden sollten.
Vielfach zeigte sich, dass die jahrelange Hektik und das Nachjagen nach Vergn?gungen und Ablenkungen keinen Mehrwert erzeugten, sondern auch Ballast sein konnten. Der Zugang zu einem ruhigeren und h?ufig auch ges?nderen Leben brachte auch Vorteile. Pers?nliche Priorit?ten konnten neu geregelt werden. Das k?nnte eine gute Ausgangsbasis f?r die Zeit nach der Corona-Pandemie sein.

8. Soziale Kontakte gewinnen an Bedeutung

Das Corona-Virus erzwang durch strenge Kontaktregeln und Ausgangsbeschr?nkungen eine Distanz zu anderen Menschen. Gleichzeitig entstanden durch Home-Office und durch die Enge im eigenen Haushalt zahlreiche Konflikte in Familien und Partnerschaften. Deutlich wurde das Bed?rfnis nach positiven sozialen Kontakten. Dies erzeugte eine neue N?he. Alte Freunde wurden wieder h?ufiger angerufen, auf der Stra?e oder beim Einkauf lernte man Menschen kennen, die man sonst nie kennengelernt h?tte. Familie, Nachbarn, Freunde r?ckten n?her.
Soziale Kontakte gewannen an Bedeutung, wenn auch manchmal nur per Telefon oder Video-Gespr?che. Die Achtsamkeit und H?flichkeit anderen gegen?ber nahm zu. Der Generationenzusammenhang zwischen Enkeln, Kindern, Eltern und Gro?eltern wurde wichtiger. Die Familie r?ckte wieder st?rker in den Mittelpunkt. Freundschaft und Verl?sslichkeit, Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit wurden st?rker beachtet.

9. Die Natur wird neu entdeckt

Die Corona-Pandemie hat unseren Bewegungsspielraum eingeschr?nkt. Fernreisen waren nicht m?glich. Selbst Reisen in Deutschland fielen wegen geschlossener Hotels und Gastronomie weitgehend aus. Stattdessen brachten Spazierg?nge, Radtouren oder Tagesausfl?ge in der n?heren Umgebung des Wohnortes neue Entdeckungen und Erfahrungen. Ein Bummel am Fluss, am See, im Stadtpark oder im Wald vermittelten neue Eindr?cke in der Natur. Die „Heimat“ wurde neu erlebt. Aber auch zu Hause wurden Hobbys wiederbelebt oder neu entdeckt, die Arbeiten in Wohnung, Haus oder Garten gaben zudem Gelegenheit zur Ablenkung.
Was kommt nach Corona? Werden alle ausgefallenen Kreuzfahrten, Thailand-Trips oder Afrika-Safaris nachgeholt? Oder bleibt das Gef?hl, dass es vieles davon gar nicht in diesem Umfang braucht?

10. Staat und Demokratie haben sich bew?hrt

Die Corona-Pandemie hat uns die Augen daf?r ge?ffnet, wie existentiell Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Gesundheitswesen, Arbeitskr?fte in der Lebensmittelindustrie und im Lebensmitteleinzelhandel, Polizei, Feuerwehr und M?llentsorgung, Wasser- und Stromversorgung, aber auch Postzusteller/innen und Lkw-Fahrer/innen sind. Wie unverzichtbar Kitas und Schulen sind. Und wie wichtig professionelle Medien, ein gut funktionierender Staat und verl?ssliche Politikerinnen und Politiker sind.
Unser Staat und unsere Demokratie haben den Nachweis erbracht, dass sie funktionieren und auch in Krisenzeiten stabil sind. Die gro?e Mehrheit der B?rgerinnen und B?rger hat sich als aufgekl?rt und Sachargumenten gegen?ber zug?nglich erwiesen. Zwar musste sich die Politik wiederholt korrigieren, weil neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Bewertungen vorlagen. Dies zeigte aber zugleich die Lern- und Handlungsf?higkeit des Staates.
Der Staat hat durch milliardenschwere Wirtschaftshilfen insbesondere auch durch das Kurzarbeitergeld den Zusammenbruch der Wirtschaft verhindert. Im internationalen Vergleich gelang es Deutschland besser als vielen anderen Staaten, Gesellschaft und Wirtschaft gut durch die Corona-Krise zu steuern. Das Funktionieren des Staates w?hrend der Corona-Pandemie, der schwersten Herausforderung nach dem Zweiten Weltkrieg, hat bei der Mehrheit der B?rger das Vertrauen in die Politik gest?rkt. Vielleicht tr?gt dies k?nftig zu einem gr??eren Engagement f?r die Demokratie bei.

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