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Dienstag, Juli 27, 2021
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„Blutige Hände“ im Nahost-Konflikt: Erdogan attackiert Biden

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Vor dem Hintergrund der Eskalation des Nahost-Konfliktes hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan in einer Kabinettssitzung in der Hauptstadt Ankara scharfe Kritik an dem US-Präsidenten Joe Biden laut werden lassen.„Herr Biden, Sie haben sich beim sogenannten Völkermord an den Armeniern auf die Seite der Armenier gestellt. Jetzt schreiben Sie leider mit Ihren blutigen Händen Geschichte bei diesen schweren, unverhältnismäßigen Angriffen auf Gaza, die für Hunderttausende Menschen ein Martyrium bedeutet haben“, zitierte die Agentur Anadolu Erdogan.Dabei bezog sich der türkische Staatschef auf einen angeblich geplanten Waffenverkauf der USA an Israel.Zuvor hatte die Zeitung „The Washington Post“ berichtet, dass die Biden-Regierung kürzlich einen potenziellen Waffenverkauf im Umfang von 735 Millionen US-Dollar an Israel genehmigt habe. Offizielle Angaben gab es dazu zunächst nicht.Zudem sprach sich Erdogan für eine „neue Regulierung Jerusalems“ aus. Die Stadt müsse „von einer Kommission geführt“ werden, die aus Vertretern von Judentum, Christentum und Islam bestehen solle.

Österreichische Reaktion ist Erdogan Dorn im Auge

Zudem reagierte Erdogan scharf auf die Entscheidung der österreichischen Behörden, die Flagge Israels über einigen Regierungsgebäuden in Wien zu hissen.„Das Hissen der Flagge eines Terrorstaates über eigene Staatsgebäude bedeutet, sich mit dem Terror gleichzusetzen. Allem Anschein nach versucht Österreich, die Muslime zu zwingen, für den von dem Land begangenen Genozid an den Juden zu bezahlen“, erklärte Erdogan.

Bundeskanzler Sebastian Kurz führte die Aktion mit der israelischen Flagge auf die Solidarität mit Israel zurück, denn „Terrorattacken“ gegen den jüdischen Staat seien entschieden zu verurteilen. Nach dem Kanzleramt hatte auch das österreichische Außenministerium die israelische Flagge über seinem Gebäude gehisst.

Zuspitzung des Nahostkonfliktes

Die Situation an der Grenze zwischen Israel und dem palästinensischen Gazastreifen hatte sich am vergangenen Montag zugespitzt. Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach neusten Angaben (Stand Sonntag) bislang rund 2900 Raketen auf Israel abgefeuert. Mehr als 1000 davon wurden abgefangen. Israel macht die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas für alle Angriffe aus der Region verantwortlich. In Israel sollen mindestens zehn Menschen getötet und weitere 50 schwer verletzt worden sein.

Das israelische Militär seinerseits hat Ziele im Gazastreifen als Reaktion auf den Beschuss angegriffen. Dort starben Angaben zufolge 188 Menschen, darunter 55 Kinder.

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