9.6 C
New York City
Freitag, September 24, 2021
Start Europa „Unsere Regierung besteht aus Impfgegnern“ - Lauterbach und andere attackieren Stopp von...

„Unsere Regierung besteht aus Impfgegnern“ – Lauterbach und andere attackieren Stopp von AstraZeneca

Während Dänemark, Norwegen und Island die gesamten AstraZeneca-Impfungen ausgesetzt und Österreich und Italien bestimmte Chargen verboten haben, hielt Deutschland entschieden an dem britischen Impfstoff fest. Nun wackelte die Zuversicht, und Deutschland setzt die betroffenen Impfungen vorübergehend aus. Was hält die deutsche Öffentlichkeit davon?Wer schon zuvor gewisse Ängste oder Vorurteile hatte, dürfte sich nun in diesen bestätigt fühlen. Frankreich ist Deutschland nun auch gefolgt.Laut Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) soll nun die Europäische Zulassungsbehörde EMA entscheiden, ob die aktuellen Beschwerden Auswirkungen auf die Zulassung des Impfstoffes hätten – und wann die Impfungen wiederaufgenommen werden könnten. Im Hintergrund stehen auch Meldungen von Thrombosen der Hirnvenen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung in Deutschland und Europa. Spahn zeigte sich in einem Statement am Montag jedoch sicher: „Die Impfung ist weiterhin der Weg – wenn auch ein beschwerlicher – aus der Pandemie.“ Die EMA selbst erklärte noch am Donnerstag, dass es keine auffällige Häufung von Thrombosen im zeitlichen Zusammenhang mit der Impfung gebe und der Nutzen deren Verabreichung größer sei als die Risiken.

„Hat das bisher irgendwen gestört?“

Jedoch befürchten viele schon jetzt, dass der aktuelle Vorgang gegen AstraZeneca das generelle Vertrauen in die Corona-Impfstoffe und das Image des britischen Impfstoffes im Einzelnen ruinieren könnte.

„Auf der Grundlage der vorliegenden Daten halte ich das für einen Fehler. Die Prüfung ohne Aussetzung der Impfung wäre wegen der Seltenheit der Komplikation besser gewesen. In der jetzt Fahrt aufnehmenden 3. Welle wären die Erstimpfungen mit dem AstraZeneca Impfstoff Lebensretter“, kritisiert der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf Twitter.

Das Grünen-Mitglied in Europaparlament Erik Marquardt und aktiver Befürworter der Seenotrettung lehnt die Entscheidung des Gesundheitsministeriums mit einer entsprechenden Metapher ab. Die AstraZeneca-Aussetzung zerstöre Vertrauen in einen guten Impfstoff, beklagt er, bloß weil niemand mehr Verantwortung für Entscheidungen übernehmen wolle. „Mit dieser bürokratischen Lethargie würde man bei Seenot auch nicht vom sinkenden Schiff springen, weil man dabei nass werden könnte.“„Übrigens: Die neueste Generation der Antibabypille hat als Nebenwirkung Thrombosen bei acht bis zwölf von 10.000 Frauen. Hat das bisher irgendwen gestört?“, legt die SPD-Politikerin und ehemalige Bundesministerin für Justiz und Verbraucherschutz Katarina Barley nach.

„Hat irgendjemand bei bisherigen Impfungen – sei es gegen Influenza oder Schutzimpfungen für Kinder – jemals auf den Impfstoffhersteller geachtet?“, attackiert der Polizeibeamte und Politiker Oliver von Dobrowolski weiter die Entscheidung. „Eben. Dieses Bashing und diese Überempfindlichkeit halte ich in Zeiten einer mitunter tödlichen Pandemie für abenteuerlich…“In mehr als 55.000 weiteren Posts zeigen sich viele Twitter-Nutzer mit der Entscheidung unzufrieden. Viele wünschten sich, der Impfstoff wäre wenigstens den jungen Menschen zugänglich. Andere fragen sich, was Spahn, der noch am Wochenende offenbar gegen die Aussetzung gewesen war, zu solch einer raschen Änderung seiner Meinung bewegt hat. „Man könnte mittlerweile fast glauben, unsere Bundesregierung besteht aus Impfgegnern“, äußerte etwa der populäre Blogger „Kaffeecup“.

Paul-Ehrlich-Institut und schwere Nebenwirkungen

Im zeitlichen Zusammenhang mit dem AstraZeneca-Impfstoff wurde in Dänemark und in Italien je ein Tod an einem Blutgerinnsel gemeldet. Jedoch argumentierte das Paul-Ehrlich-Institut zuvor, dass es bislang keine Hinweise gebe, dass der Todesfall in Dänemark mit dem Covid-19-Impfstoff von Astrazeneca in kausaler Verbindung stehe. Nun hat das Institut weitere Untersuchungen empfohlen – und schon griff Spahn zum Verbotshebel.Es ist aber kein Geheimnis, dass die deutsche Arzneimittelbehörde zuletzt (Stand 26. Februar) von insgesamt 330 Todesfällen pro mehrere Millionen Geimpfte mit Biontech/Pfizer-Impfstoff bzw. Moderna berichtet hatte. In 157 Verdachtsfällen davon war die Todesursache als unbekannt angegeben worden. Dabei argumentierte das Institut, dass die beobachtete Zahl von Fällen mit unklarer Todesursache nach der Impfung die erwartete Zahl von Fällen von plötzlichem Tod oder Tod mit unbekannter Ursache ohne Impfung nicht übersteige. Thrombozytopenie, also Mangel an Thrombozyten im Blut, wurde dem Bericht zufolge in sechs Fällen gemeldet – in fünf Fällen nach der Biontech/Pfizer- und in einem Fall nach der Moderna-Impfung.

Berlin stellt Betrieb in Impfzentren in Tegel und Tempelhof ein

Die Bundesländer nehmen den Beschluss des Bundesgesundheitsministeriums bereits wahr und stellen die Astrazeneca-Impfungen ein. „Wir haben das Impfen mit Astrazeneca in Berlin gestoppt“, bestätigte die Senatorin für Gesundheit, Dilek Kalayci (SPD), bereits der DPA. „Der Betrieb in den Impfzentren in Tegel und Tempelhof ist eingestellt.“„Auch die Krankenhäuser stellen die Impfungen der Mitarbeiter mit AstraZeneca zunächst ein“, sagte Kalayci. Das Pilotprojekt zum Impfen bei den niedergelassenen Ärzten, bei dem mit dem Astrazenca-Präparat gearbeitet wurde, werde ebenfalls gestoppt.

Quelle!:

RELATED ARTICLES

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

- Advertisment -

Most Popular

Recent Comments