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TV-Triell: Vorprogrammierter Sieger und vorhersehbare Koalition

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Die dritte und letzte TV-Debatte der drei Kanzlerkandidaten, das sogenannte Triell, hat keine Wende im Wahlkampf gebracht. Unionskandidat Armin Laschet hat sich nicht mehr angriffslustig gezeigt. Olaf Scholz (SPD) und Annalena Baerbock (Grüne) haben unverschämt gegenseitige politische Zuneigung und Koalitionsbereitschaft demonstriert.Über weite Strecken gestaltete sich die über die Privatsender ProSieben, Sat.1 und Kabel Eins ausgestrahlte TV-Debatte am Sonntag als ein ungleicher Kampf: zwischen einem sich festigenden rot-grünen Bund und dem allein stehenden Unionskandidaten, der in dieser Konstellation beinahe Mitleid hervorrufen könnte. Weder Olaf Scholz von der SPD, noch Annalena Baerbock von den Grünen machten einen Hehl daraus, dass sie einander bereits in der künftigen Regierungskoalition sehen. Beide gaben zu verstehen, dass sie die von Armin Laschet geführte CDU/CSU in der nächsten Legislaturperiode in die Opposition verbannen möchten.

Baerbock als „Beisitzerin“

Dabei war Baerbocks Teilnahme an einem Triell, realistisch gesehen, nicht mehr ganz legitim: Mit ihren 15 Prozent Zuspruch liegen die Grünen hoffnungslos abgeschlagen hinter der SPD mit 25 und der Union mit 22 Prozent. Diese Zahlen wurden auch zu Beginn der Sendung eingeblendet.

Wenn die Debatte ein Wegabschnitt zum Kanzleramt war, so war der Grünen-Chefin dabei bloß die Rolle einer „Beisitzerin“ zugedacht. Baerbock schien sich dieser Rolle völlig bewusst zu sein und agierte im Sinne „If you can’t beat them – join them“: Praktisch von Anfang an schloss sie sich in ihrer Argumentation dem stärkeren Kandidaten an.Charakteristisch dafür war bereits die Debatte zum ersten Thema „Gerechte Entlohnung“: Genauso wie Scholz setzte sich Baerbock für einen Mindestlohn von zwölf Euro ein. Laschet dagegen lehnte einen pauschalen Mindestlohn ab und verteidigte den Standpunkt, dieser soll vom jeweiligen Tarifvertrag abhängen und „eventuell auch höher liegen“.Höchstens bei ihrem Trumpf-Thema Klima besann sich die Grünen-Chefin auf ihre heutige Stellung als Oppositionspolitikerin und griff Laschet und Scholz gleichermaßen an. Der SPD-Kandidat schlug zurück: Die Pläne der Grünen, den Kohleausstieg zu beschleunigen, seien unrealistisch und überforderten die Möglichkeiten der deutschen Wirtschaft. Eine Fortsetzung des Kampfes um dieses Problem wird wohl in der neuen Bundesregierung ausgetragen – sollten die SPD und die Grünen wirklich koalieren.

Außenpolitik wieder kein Triell-Thema

Grundlagen für Uneinigkeit und Konfrontation boten die von den Moderatorinnen vorgeschlagenen Themen wie Corona und Digitalisierung leider so gut wie keine. Dementsprechend verlor die Debatte in diesen Momenten spürbar an Dynamik und Dramatik. Nur beim Thema innere Sicherheit konnte Laschet leicht auftrumpfen: Mit besorgter Miene verwies er auf neue terroristische Bedrohungen, die sich unter anderem aus dem Afghanistan-Debakel ergeben, und plädierte für rigorose Abschiebung der straffälligen „Gefährder“. Baerbock zeigte sich da „humaner“: Sie setzte sich lediglich für eine bessere Ausstattung der Sicherheitsstrukturen ein – als ob sich jemand dagegen äußern würde. Die „Gefährder“ würde sie aber eher Tag und Nacht überwachen lassen – ein Vorschlag, mit dem sie bei vielen Wählern kaum punkten würde.Merkwürdigerweise war die Außenpolitik genauso wie beim zweiten Triell auch bei der finalen TV-Debatte am Sonntagabend kein Thema. Was allein schon aus dem Grund zu bedauern ist, weil die Grünen in einer Koalition mit der SPD traditionsgemäß Anspruch auf den Posten des Außenministers erheben würden. Es wäre schon nicht uninteressant zu erfahren, wie sich eine Außenamtschefin Baerbock in dieser Rolle sehen würde.Laut einer Forsa-Umfrage, deren Ergebnisse im Anschluss an die Sendung mitgeteilt wurden, hat Scholz auch das dritte Triell mit 42 Prozent klar gewonnen. Laschet und Baerbock hinkten mit jeweils 27 und 25 Prozent hinterher. Nur sechs Prozent der Befragten konnten sich für keinen Kandidaten entscheiden – was unsere Feststellung nach dem zweiten Triell ein weiteres Mal bestätigte: Die Fernsehdebatten wirken sich kaum noch auf das Kräfteverhältnis im Vorfeld der Wahlen aus.

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