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Sonntag, November 28, 2021
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Kardinal Woelki „sehr erschrocken” über Ergebnisse von Missbrauchsgutachten

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat sich in einem Beitrag für das Kölner Domradio am Sonntag „sehr erschrocken” über die Ergebnisse des am Donnerstag vorgestellten Missbrauchsgutachtens geäußert.„Was ist da bloß passiert, dass damals Priester, Verantwortliche, Christen sich mehr um den Ruf der Kirche gekümmert haben als um das Leid der Betroffenen?”, fragte Woelki.„Wie konnte es dazu kommen, dass Mitgefühl, dass Empathie fehlte? Dass noch bis vor wenigen Jahren Täter besser wegkamen, und ihre Opfer nicht beachtet wurden?”Die Gutachter hatten den Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs von Kindern durch Priester untersucht und dabei vielfältige Vertuschungen offengelegt. Die Ergebnisse würden ihm „für immer tief eingebrannt eine Mahnung” sein, versicherte Woelki. Neben vielen anderen Konsequenzen, die er aus dem Gutachten ziehen werde, wolle er seinen Teil dazu beitragen, dass man im Erzbistum miteinander im Gespräch bleibe. Es gelte, gemeinsam um den richtigen Weg zu ringen, „denn es kann nicht mehr so bleiben wie es war”, sagte Woelki. Das Gutachten sei kein Abschluss, sondern markiere so etwas wie einen Neubeginn.

Das Team des Strafrechtlers Björn Gercke präsentierte am 18. März ein Gutachten zum Umgang des Erzbistums Köln mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs. Ausgewertet wurden Kirchenakten von 1975 bis 2018, wobei Hinweise auf 202 Beschuldigte gefunden wurden. Dem Hamburger Erzbischof Stefan Heße warf der Gutachter elf Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit der Aufarbeitung von Missbrauchsvorwürfen vor. Woelki war dagegen entlastet worden – bei ihm sahen Gercke und sein Team keine Pflichtverletzungen.

Nach der Vorstellung des Gutachtungs entband Woelki zwei Mitarbeiter – Weihbischof Schwaderlapp und Herrn Offizial Assenmacher – von ihren Dienstpflichten. Am nächsten Tag wurde der Kölner Weihbischof Ansgar Puff beurlaubt. Hamburgs Erzbischof Heße bot dem Papst seinen Amtsverzicht an.

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