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Samstag, Oktober 16, 2021
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Intensivärzte fordern Rückkehr zum harten Lockdown – Empörung im Netz

Angesichts steigender Corona-Zahlen fordern Deutschlands Intensivärzte eine sofortige Rückkehr in den Lockdown. Andernfalls drohe eine dritte Infektionswelle mit überlasteten Intensivstationen. In den sozialen Netzwerken sorgt das zum Teil für Empörung.„Von den Daten, die wir jetzt haben und sehen und mit dem Durchsetzen der britischen Mutante würden wir sehr stark dafür plädieren, jetzt sofort wieder in einen Lockdown zu gehen, um einfach eine starke dritte Welle zu verhindern“, sagte der wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters, Christian Karagiannidis, im RBB-Sender Radioeins. DIVI ist die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin.Karagiannidis sagte, er hoffe sehr, dass die Länder die beschlossene Notbremse eines Inzidenzwerts von 100 durchsetzen. „Ansonsten würden wir jetzt noch einmal 5000, 6000 Patienten auf der Intensivstation sehen“, sagte Karagiannidis. „Man sieht sehr deutlich, dass wir sehr schnell jetzt wieder in steigende Intensivzahlen geraten werden, sofern wir dem Virus jetzt die Möglichkeit dazu geben.“Bund und Länder hatten eine Rückkehr in den Lockdown vereinbart, wenn in einer Region die Zahl der Neuinfektionen wieder die Marke von 100 pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen erreicht.

In den Sommer retten

„Wir gewinnen auch nicht viel, wenn wir jetzt die nächsten ein, zwei Wochen offenlassen, weil wir ganz schnell auf einem hohen Niveau ankommen und es auf dem hohen Niveau doppelt so schwierig sein wird, von den Zahlen wieder herunterzukommen“, sagte Karagiannidis. Derzeit sollen rund 2800 Covid-19-Patienten in intensivmedizinischer Behandlung sein.

Wichtig sei es, nun die über 50- und über 60-Jährigen schnell zu impfen. Dann würden auch weniger Menschen mit Covid-19 schwer krank. Die Belastung für das Personal auf den Intensivstationen sei bis heute ohne Unterbrechung sehr hoch und steige nun wieder weiter. Es gelte, sich in den Sommer zu retten, sagte Karagiannidis. Positiv sei es, wenn umfangreich auf Corona getestet werde. So könnten wahrscheinlich rund 50 bis 60 Prozent der Infektionsfälle entdeckt werden.

Reaktionen im Netz

Der Facebook-Nutzer Gregor Hellenberg sieht einen erneuten Lockdown kritisch: „Der einzige Ausweg aus der Pandemie ist ein konsequentes Durchimpfen der Bevölkerung. Ein weiterer Lockdown würde von großen Teilen der Bevölkerung ignoriert, weil viele ihre Ersparnisse mittlerweile aufgebraucht haben und deswegen wieder arbeiten müssen.“

Sichtlich empört ist Corinna Bohl: „Die Wahlen sind rum, jetzt darf man uns wieder in den Lockdown schicken oder was? Die Ärzte sollten lieber fordern, dass mehr für die Impfung usw. getan wird. Eine Frechheit, was hier los ist.“Auch ein anderer Kommentator sieht mit Blick auf die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg politisches Kalkül: „Die Wahlen sind jetzt vorbei und ab geht‘s in den totalen Lockdown… Bravo“, applaudiert Christian Koger.Die aufgehobene Reisewarnung für Mallorca bietet nach Ansicht der nächsten Kommentatoren die Gelegenheit, dem möglichen Lockdown zu entgehen. „Hauptsache alle Flüge nach Mallorca sind schon ausgebucht“, schreibt Jennifer Strecker auf Facebook. Damian Ciemcioch sieht es ähnlich: „Genau, zurück in den Lockdown oder in den Urlaub nach Mallorca.“Dieser Internetnutzer hält einen erneuten Lockdown für die falsche Maßnahme und stört sich an dem Inzidenzverfahren. „Faktisch sind wir hier immer noch im Dauerlockdown! Was kommt als nächstes? Sollen alle Infizierten gekeult werden? Die Kennzahl Inzidenz ist höchst fragwürdig! Sie hängt von vielen Faktoren ab, aber sie lässt sicher keine objektive Aussage zu Covid zu!“, kommentiert Roi Bavarois.

Existenzen in Gefahr

In einigen Beiträgen wird der pandemiebedingte wirtschaftliche Schaden moniert.„Die Menschen, deren Existenz nicht in Gefahr ist, können problemlos nach einem Lockdown brüllen. 2800 Menschen von 83 Millionen liegen auf der Intensivstation und Deutschland fällt nichts anderes ein, als Millionen Leben zu zerstören. Was jucken da schon psychische Schäden. Die sieht man ja nicht“, kommentiert Isabella Loessl.„Es sind noch nicht alle pleite, da hilft nur Lockdown, Lockdown und nochmal’s Lockdown!!!“, äußert Torsten Maschauer sichtlich verärgert.Auch Patrick Fischer kann dem DIVI-Vorstoß nichts Positives abgewinnen. „Die Öffnungen sind 7 Tage her, wir hinken durch die Inkubationszeit 10-14 Tage mit den Tests hinterher. Was wollt ihr schließen? Sollen die Baumärkte und Friseure plötzlich an dem Anstieg schuld sein? Wenn ja, beweist es!“„Wir sind doch noch im Lockdown. Wollt ihr mir erzählen, wir genießen gerade ein hohes Ausmaß an Freiheit?“, fragt Sandra Doro Petelo Schierholz.Kris Wolf verweist auf einen Zusammenhang zwischen Infektionsstatistik und Schnelltests. „Irgendwie komisch. Gerade mal 2 Wochen haben die Läden teilweise wieder geöffnet. Jetzt will man sofort zum Lockdown zurück, weil die Zahlen minimal steigen. Dass die Zahlen evtl. von den ganzen Schnelltests kommen interessiert keinen.“

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