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Dienstag, Juli 27, 2021
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Biontech: Von Mutanten, Patenten und koscherem Impfen – Biontech-Gründer Sahin

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Biontech-Gründer Ugur Sahin stellte sich am Mittwoch den Fragen der internationalen Presse zu seinem Impfstoff und zur Pandemie. Es ging um Schutz gegen Mutanten, Impfung Schwangerer und Kinder und die Frage, ob man das Patentrecht freigibt. Auch exotische Fragen, ob Biontech koscher oder halal sei, waren dabei.Über 70 Medienschaffende aus aller Welt waren am Mittwoch bei der Pressekonferenz des Vereins der Ausländischer Presse (VAP) zugeschaltet. So viele wie seit Beginn von Videokonferenzen noch nicht, wie es vonseiten des VAP hieß. Dabei hatten so viele Pressevertreter Fragen, dass die Stunde Zeit nicht ausreichte, obwohl von Anfang an festgelegt wurde, dass man sich auf nur eine Frage beschränken sollte. Dennoch blieben etwa 20 Fragen unbeantwortet. Zum Glück hatte sich SNA News früh genug zu Wort gemeldet.

Schützt Biontech gegen Mutanten?

Den ersten Teil der Frage nahm ein dänischer Fernsehredakteur vorweg. Angesichts der indischen Variante ist die Frage nach der Wirksamkeit der Impfstoffe wieder akut. Deswegen wollte er wissen, wie gut Biontech gegen Mutanten schützt.Sahins Antwort lautete, man habe über 30 Varianten des SARS-Coronavirus-2 untersucht.„Bei fast allen ist die Wirkung gut“, betonte der Forscher. Aber auch dort, wo der Impfstoff schwächer wirke, wie etwa bei der südafrikanischen Variante, sei er „immer noch ausreichend“.Gegen die britischen Variante dagegen schütze er mit 97 Prozent sogar besser als gegen das ursprüngliche Virus – zumindest sprechen laut Sahin aktuelle Daten aus Israel dafür. Die brasilianische und die indische Variante werden aktuell noch untersucht, es liegen also keine Daten vor. Aber da die Mutationen, die diese beiden Varianten haben, bereits bei anderen Mutanten angetroffen wurden, ist der Forscher zuversichtlich, dass da keine bösen Überraschungen zu erwarten sein dürften. Das „Bollwerk“, wie Sahin den Impfstoff bezeichnete, dürfte halten.

Sollte das Bollwerk durch eine aufkommende neue Mutante wider Erwarten einstürzen, gibt es schon seit längerem die Idee, die mRNA im Impfstoff an das mutierte Spike-Protein anzupassen. Diese Idee hatte Moderna in den Medien populär gemacht. SNA News wollte vom Biontech-Gründer wissen, ob auch Biontech so etwas plant und ob der nachgebesserte Impfstoff ein Gemisch aus mehreren mRNA-Molekülen sein würde und auch eine höhere Dosis zum Impfen erforderlich würde. Außerdem wollten wir wissen, ob man den Impfstoff auch mit mRNA „überfrachten“ kann und warum man sich nicht für einen Mix aus mRNA gegen verschiedene Oberflächenmoleküle des Virus entscheiden würde.„Prinzipiell kann man einen mRNA-Impfstoff gegen mehrere Varianten machen. Auch das testen wir“, antwortete Sahin. „Wir wollen die Dosis von 30 Mikrogramm nicht überstrapazieren, weil wir so viele Verträglichkeitsdaten zu 30 Mikrogramm haben, sodass wir – wenn wir mehrere Varianten reinnehmen – zum Beispiel zweimal 15 Mikrogramm oder dreimal 10 Mikrogramm nehmen würden. Genau das untersuchen wir in Studien, in Tierversuchen.“ Zum Hintergrund: Die Menge mRNA pro verabreichte Dosis beträgt exakt 30 Mikrogramm und liegt damit deutlich unter der Dosis des mRNA-Impfstoffs von Moderna, die 100 Mikrogramm beträgt.Zur Impfung gegen weitere Oberflächenantigene bemerkte Sahin, diese sei prinzipiell möglich. „Aber es wird nicht viel helfen, weil das Spike-Protein im Moment das einzige ist, was wirklich die Aufnahme des Virus in die Zelle vermittelt. Die anderen Proteine sind nicht aktiv daran beteiligt. Antikörper-Antworten, die wir gegen die anderen Proteine induzieren, haben keinen zusätzlichen Mehrwert, haben aber ein zusätzliches Risiko, weil man durch eine Immunantwort vielleicht auch aus Zufall eine Autoimmunität bewirken könnte.“ Biontechs Ansatz verglich er in dem Zusammenhang mit dem eines Chirurgen, der nur so viel abschneidet, wie nötig.

Impfung von Schwangeren und Kindern

Es kamen auch die Fragen auf, inwieweit Schwangere geimpft werden können und ob man Kinder impfen sollte oder ob die Pandemie auch ohne deren Impfung unter Kontrolle gebracht werden könnte.Mit Blick auf Schwangerschaften führe Biontech aktuell eine klinische Studie durch, bemerkte Sahin, in Tierexperimenten habe man keinen Schaden des Embryos feststellen können, sodass es gut möglich sei, dass Schwangere in Zukunft geimpft werden dürfen. Bei späten Schwangerschaften beim Menschen sollen ebenfalls keine Nebenwirkungen festgestellt worden sein. Hierbei betonte der Mediziner, dass bei einer Schwangerschaft auch das Risiko schwerer Verläufe erhöht sei, sodass eine Impfung angeraten sein könnte. Er empfahl für die Entscheidung das Gespräch mit einem Arzt.Ob Kinder geimpft werden sollen, ist bislang nicht bekannt. Die Herdenimmunität würde dadurch zwar sicher verstärkt werden. Allerdings liegen laut Sahin Daten aus klinischen Studien hierzu noch nicht vor. Er merkte in dem Zusammenhang an, dass auch Kinder – wenn auch sehr selten – schwere Verläufe haben können.

Ach ja: Biontech ist koscher!

Ein Fun Fact am Rande: Es wurde auch die Frage gestellt, ob Biontech halal beziehungsweise koscher sei. Anscheinend gibt es Gerüchte im arabischen Raum über Bestandteile aus Schweinen im Impfstoff. Die Frage wurde klar beantwortet: Biontech enthält keine solchen Bestandteile und ist halal wie auch koscher.

Von riesigen Geldsummen und Patentfreigabe

Es ging auch um heikle Fragen der Produktion und des Umsatzes. Immer wieder war von Ländern mit niedrigen Einkommen gefordert worden, die Patente für eine Produktion in diesen Ländern freizugeben, damit auch auf gewisse Gewinne zu verzichten, dafür aber mehr Menschenleben zu retten.„Es ist keine Lösung, dass man das Patentrecht rausgibt“, fand Sahin. „Es gibt aber Möglichkeiten, dass wir Speziallizenzen geben für wirklich kompetente Hersteller.“Diese Position begründete er damit, dass nur so auch die Qualität des Impfstoffs garantiert werden könnte. Bereits jetzt gibt es immer wieder Berichte von Impfstoffen, die nicht dem angegebenen Produkt entsprechen, gelegentlich wird sogar kriminellerweise einfach Kochsalzlösung „verimpft“. „Wir wollen keinen minderwertigen Impfstoff in Afrika haben“, betonte Sahin. Deshalb müsse man Lizenzen nur für qualifizierte Hersteller vergeben. Aber selbst dann dauere es mindestens ein Jahr, bis die Produktion in den betreffenden Ländern anlaufe. In den meisten Fällen wäre das frühestens Ende 2022 möglich, womit Ländern, die aktuell stark betroffen sind, nicht geholfen wird.Helfen könne man besser durch Erhöhung von Produktionskapazitäten. Es bestehe bereits ein großes Produktionsnetzwerk von Pharma-Firmen, die die großen Mengen überhaupt erst ermöglichen. Diskutiert werde aber ein noch größeres europäisches Produktionsnetzwerk, an dem weitere Länder teilnehmen könnten. Auch der Aufbau einer Produktion in Südamerika und Afrika wird erwogen, aber mit den entsprechenden Vorlaufzeiten. Aber eine Produktion in jedem Land der Welt hält Sahin für utopisch:„Ich glaube nicht, dass wir in jedem Land eine eigene Produktion haben können.“Die Gewinne des Unternehmens sollen laut Sahin in die Entwicklung neuer Medikamente fließen, an Aktionäre sollen sie nicht ausgeschüttet werden. Von der EU zur Verfügung gestellte Gelder, werde Biontech zurückzahlen, im Gegensatz zu deutschen Fördergeldern, die nicht zurückzahlbar seien.

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