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Donnerstag, Juli 29, 2021
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Bericht: Große Unterschiede bei Impfstoff-Verteilung auf EU-Staaten

Brüssel – Der von der Europäischen Union beschaffte Corona-Impfstoff wird offenbar nicht gleichmäßig auf die EU-Mitgliedstaaten verteilt. So könnte Deutschland in den nächsten Monaten deutlich schlechter dastehen als etwa die Nachbarländer Niederlande und Dänemark, obwohl eigentlich alle EU-Staaten entsprechend der Bevölkerungszahl beliefert werden sollten, berichten die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Samstagausgaben) unter Berufung auf Angaben aus EU-Kreisen. Nach den Daten, auf die sich die Funke-Zeitungen berufen, wird Deutschland nach aktuellem Stand bis Ende Juni insgesamt 94 Millionen Impfdosen der vier Hersteller Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson erwarten können (gerechnet seit Beginn der Impfkampagne), was 1,13 Impfdosen pro Einwohner entspricht.

Dänemark käme bei erwarteten 8,1 Millionen Impfdosen dagegen auf einen Anteil von 1,39 Dosen pro Einwohner – der Anteil läge also um knapp ein Viertel höher, entsprechend schneller wäre die Bevölkerung in Dänemark durchgeimpft. Die Niederlande könnten nach diesen Angaben 20 Millionen Dosen erwarten, was einem Anteil von 1,15 Impfdosen pro Einwohner entspricht. Sehr gut schneidet demnach zum Beispiel auch Malta ab, während Länder wie Kroatien oder Bulgarien vergleichsweise sehr schlecht dastehen – bis Ende Juni würde Bulgarien 4,1 Millionen Dosen erhalten, was einem Anteil von nur 0,59 Impfdosen pro Einwohner entspräche.

Kroatien käme mit 2,7 Millionen Dosen auf eine Quote von 0,67 Impfdosen pro Einwohner. Beide Länder hätten also Ende Juni nur halb so große Impffortschritte erzielt wie Dänemark. Dabei hatten die EU-Regierungschefs mehrfach vereinbart, dass die von der EU beschafften Impfstoffe nach Bevölkerungsanteil auf die Mitgliedstaaten geliefert wird.

Die EU-Kommission wollte sich auf Anfrage der Funke-Zeitungen nicht zu den neuen Zahlen äußern. Die genauen Liefermengen seien Angelegenheit der jeweiligen Mitgliedstaaten, sagte ein Sprecher. Es sei jedoch immer möglich, dass sich Mitgliedstaaten darauf verständigten, von dem Verteilungsschlüssel nach Bevölkerungszahl abzuweichen.

Sie könnten entscheiden, ob sie abweichend von ihrem Anteil mehr oder weniger von einem bestimmten Impfstoff bestellten. Die Zahlen dürften eine Debatte befeuern, die Österreichs Kanzler Sebastian Kurz am Freitag begonnen hatte. Kurz hatte eine Ungleichverteilung von Corona-Impfstoffen unter den EU-Mitgliedstaaten angeprangert und gesagt, es gebe möglicherweise Nebenabsprachen zwischen einzelnen Mitgliedstaaten. Solche Zusatzvereinbarungen unterliefen das gemeinsame EU-Ziel einer pro Kopf berechneten Zuteilung, sagte Kurz.

(dts Nachrichtenagentur)

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