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Freitag, Juli 30, 2021
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Ankunft von 6000 Migranten in Ceuta – bereits 1600 wieder abgeschoben

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Angesichts der Ankunft von mehr als 6000 Migranten aus Marokko haben die Behörden der spanischen Nordafrika-Exklave Ceuta begonnen, die Erwachsenen in einem Stadion unterzubringen. Davon sind bereits 1600 in das Nachbarland zurückgebracht worden, wie der spanische Innenminister Fernando Grande-Marlaska dem TV-Sender RTVE mitteilte.Bei etwa 1500 der seit Montagmorgen angekommenen Menschen handele es sich um Minderjährige. Diese werden in der Regel nicht sofort zurückgeschickt. Auf marokkanischer Seite gebe es immer noch Menschen, die versuchen wollten, illegal nach Ceuta zu kommen, sagte der Minister. Das Aufnahmelager der Exklave soll mit den Minderjährigen völlig überfüllt sein.Noch nie zuvor waren so viele Menschen binnen eines Tages in die kleine Exklave mit rund 85.000 Einwohnern gekommen. Marokko hatte die Kontrolle der angrenzenden Strände ohne Erklärung ausgesetzt. Tausende nutzten die Chance, um an der Küste bis an den Grenzzaun zu Ceuta zu gehen. Von dort mussten sie nur um eine Mole herumschwimmen, um nach Ceuta zu gelangen. Ein Mensch ist Angaben zufolge ertrunken.

Die Lage in der Stadt sei chaotisch, das spanische Militär sei zur Unterstützung der Polizei aktiviert worden. Die Zentralregierung in Madrid kündigte die Entsendung 200 zusätzlicher Polizisten an.

Die Ankunft der Migranten ereignete sich vor dem Hintergrund erhöhter Spannungen zwischen Spanien und Marokko wegen des Schicksals von Brahim Ghali, dem Anführer der Unabhängigkeitsbewegung Polisario für Westsahara, der sich in Spanien im Krankenhaus befindet. Marokko beansprucht das Gebiet an seiner Südgrenze als Teil seines Staatsgebietes.

Auseinandersetzung zwischen Spanien und Marokko

Marokkos Außenministerium hatte letzten Monat in einer scharf formulierten Erklärung die Entscheidung Spaniens bedauert, Ghali unter falscher Identität aufzunehmen, ohne Marokko zu informieren, und versprochen, dass Spaniens Entscheidung Auswirkungen auf ihre Beziehungen haben würde.

Laut der spanischen Außenministerin, Arancha González Laya, ist Ghali aus humanitären Gründen in Spanien aufgenommen worden. Ihrer Ansicht nach sei der Zustrom von Migranten nicht als Vergeltung für das Schicksal des Anführers der Polisario-Front gedacht, sagte sie gegenüber dem Cadena SER: „Ich kann nicht für Marokko sprechen, aber was sie uns vor ein paar Stunden, heute Nachmittag, gesagt haben, ist, dass dies nicht mit der Meinungsverschiedenheit (über Ghali) zusammenhängt“, äußerte sie am Montag.

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